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Zu sensibel? Ich weine oft wegen Kleinigkeiten…und nun?

Es ist peinlich, so nah am Wasser gebaut zu sein, oder?
In meiner Facebook- Gruppe fällt mir bei der Vorstellungsrunde neuer Mitglieder immer wieder auf, dass sie schreiben, sie würden wegen „jedem Mist weinen“.

Und auch bei meinen Klientinnen höre ich das sehr häufig. 

Die meisten wollen, dass das aufhört. 

Da fließen die Tränen nicht nur zu Hause, sondern auch mal auf der Arbeit, im Supermarkt oder in der U- Bahn. 

Aber wieso wird so schnell geweint, was hat das Weinen überhaupt für einen Sinn und wie bekommt man das in den Griff, oder geht das gar nicht?

Diese Fragen werde ich nun beantworten und erzähle euch dazu von Margot. 

 

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Du willst die Folge lieber hören? Das geht hier:

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Früher: Harter Hund. Heute: Zu sensibel?

Margot war vor einiger Zeit meine Klientin und ich erinnere mich noch genau daran, dass sie in den Sitzungen immer sehr viel weinte und ihr das so richtig peinlich war!

Sie erzählte mir, dass sie früher immer „ein harter Hund“ gewesen sei. 

Nichts brachte sie damals aus der Ruhe.

„Ich weinte nicht, als die Titanic unterging und alle im Kinosaal die Taschentücher zückten, weil der Typ da erfroren ist, während seine Angebetete auf der Tür lag und überlebte. Ich weinte so gut wie nie! Manchmal dachte ich mir: Jetzt müsstest Du eigentlich auch weinen, aber da kam nichts. Heute ist das anders. Und es nervt! Außerdem fühle ich mich irgendwie schwach…“

Ich schaue sie an und ihre Augen glitzern vor Feuchtigkeit. 

Sensibel Bild 2Grundsätzlich hat das Weinen etwas Gutes!

Der Körper baut durch das Weinen Stress ab!

Leider ist weinen in unserer Gesellschaft nicht besonders angesagt und man wird als Kind schon unter Druck gesetzt, doch endlich mit dem heulen aufzuhören. 

Wenn der Gefühlsausbruch dann auch noch in der Öffentlichkeit passiert, rasten manche Eltern regelrecht aus und versuchen mit aller Macht das Kind dazu zu bewegen, damit aufzuhören!

Viele haben also schon recht früh gelernt, dass weinen nicht erwünscht ist und irgendwann angefangen, es zu unterdrücken!

Dabei wäre es besser gewesen, dem Kind die Möglichkeit zu geben, Emotionen rauszulassen und es empathisch zu begleiten.
Ok, der Zug ist abgefahren: Wir sind nun erwachsen und haben verinnerlicht, dass weinen eben NICHT ERWÜNSCHT ist!

Das kannst Du tun, wenn Du glaubst, dass Du zu sensibel bist

Schritt 1: Sieh Dein Weinen nicht als Schwäche an, sondern als natürliche Folge eines Übermaßes an Emotionen. Das Weinen ist Dein Ventil.

Nachdem Margot nun klar war, dass Weinen ja grundsätzlich nichts schlechtes ist, widmeten wir uns den Emotionen, die dahinter steckten. 

Bei ihr war das ganz klar WUT. 

Sobald sie sich ungerecht behandelt fühlte, stiegen ihr die Tränen in die Augen. Aber auch wenn sie wütend auf sie selbst war, so wie momentan.
Da war sie wütend auf sich, weil sie nicht mehr so funktionierte, wie noch vor einigen Monaten.
Wütend, weil sie einfach losheulte, wie ein kleines Kind, dem man den Schnuller weggeholt hat.

Wenn Du Dich mit Deinen Gefühlen auseinandersetzen willst, empfehle ich Dir meinen Audiokurs „Mehr Selbstvertrauen & Gelassenheit in 14 Tagen“

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Schritt 2: Notiere, wann die Tränen Dich übermannen? Gibt es da ein Muster? Ist es z.B. auch personenabhängig, d.h. bei Deinem Freund, Deiner Chefin, Freundin etc. weinst Du häufig. Oder in bestimmten Situationen?

Bei Margot war es auf der Arbeit am schlimmsten. Hier fühlte sich sich häufig von ihrem Chef ungerecht behandelt. In ihrer verzweifelten Wut, kamen die Tränen und das machte sie noch wütender. 

Wenn sie versuchte, sie zu unterdrücken, verspannte sie sich so stark, dass sie abends Migräne bekam. 

Schritt 3: Stelle Dich der Emotion!
Für Margot war es also wichtig, sich ihrer Wut zu stellen!

—> Mehr zum Thema Wut: Lies dazu gerne den Artikel: Wie Du Deine Wut in den Griff bekommst- Eine ultimative Anleitung
Sie lernte, dass sie für ihre Gefühle verantwortlich ist und somit auch für ihre Wut. Gleichzeitig entdeckte sie andere Ventile dafür. 

Trotzdem wurde das mit dem Weinen nicht wesentlich weniger.

Den Grund erfährst Du gleich 😉

Sie hatte also diese 3 Schritte durchgemacht und trotzdem war Margot noch sehr nah am Wasser gebaut. 

 

Es folgte also Schritt 4: Forsche nach möglichen körperlichen Ursachen:

  • Schwangerschaft, 
  • Wechseljahre, 
  • Einnahme der Pille,
  • Medikamente oder Drogen.

Das kann dazu führen, dass sich Deine Gefühlsleben verändert hat. Wenn Du also z.B. vorher mit der Spirale (ohne Hormone) verhütet hast und nun die Pille nimmst, kann das eventuell eine Ursache für Dein Weinen sein. 

Bei Margot waren es tatsächlich die Wechseljahre 😉

 

Schritt 5: Forsche nach psychischen Ursachen (am besten zusammen mit einem Profi!)

Wenn Du traumatische Erlebnisse in Deiner Vergangenheit hattest, kann es sein, dass diese nun wieder hochkommen (oder vielleicht auch vorher schon immer wieder). 

Hier solltest Du Dir unbedingt professionelle Hilfe suchen!

Auch Depressionen können sich so darstellen. 

Auch zu Schritt 5 gehört zu erkennen, ob Du nicht vielleicht schon immer so warst. 

Wenn Deine Gefühle Dich schon seit Kindestagen immer wieder überfluten, bist Du vielleicht hochsensibel. 

Wenn Du hochsensibel bist, reagierst Du viel empfindlicher auf Außenreize und Sinneseindrücke. 

Dein Gehirn filtert sie eher schlecht, d.h. es stuft die Reize fast immer als wichtig ein und lässt sie dann in Dein Bewusstsein. 

Dadurch erlebst Du vieles enorm intensiv. Dementsprechend kann die Reaktion dann auch intensiv sein, z.B. das Weinen. 

Wichtig ist es dann anzunehmen, dass Du so bist und auf Deinen Körper zu hören.
Du brauchst eben mehr Ruhe und Erholungsphasen als andere. 

Deine Julia von Selbstvertrauen für Frauen

 

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